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#105 – Training the next generation – Interview with Laura Marakowits (Show Producer | Nextgen)

First you produce a new show for a resort and suddenly you are responsible for the opening ceremony of the olympic games. Laura Marakowits has a great career, where it all began with a mouse, and is now training with her expertise and big network the next generation of attraction and show designers within this industry.

Shownotes

More about the programme:
https://www.nextgenshowcase.com/

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#079 – Events & Erlebnisse – Im Interview mit CV Entertainment

Events sind ein fester Bestandteil unserer Freizeitkultur. Ob Veranstaltungen, Aufzeichnungen oder saisonale Events: Es werden kreative Ideen und Umsetzungen gesucht. Zwei sehr kreative Menschen aus dem Süden haben diesen Markt für sich entdeckt und bieten Dienstleistungen aller Art, um das besondere Event auf die Beine zu stellen. Virginia und Christian Howington haben 2017 ihre eigene Eventschmiede CV Entertainment gegründet und erzählen von Ihrer Arbeit und Leidenschaft für Events und Erlebnisse.

Shownotes

Mehr zu den beiden und den Dienstleistungen unter:
www.cventertainment.com
www.instagram.com/cventertainmentofficial

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#021 – Halloween Operations

Im kalten Oktober liegt der Fokus natürlich auf die gruselige Jahreszeit, das Karneval der Freizeitparks, wenn man so möchte. In Folge #009 haben wir schon mal die Grundlagen für ein Halloween Event besprochen. Was für ein Gefühl man auslösen möchte, was man für eine Stimmung bräuchte und wie die Darsteller eingesetzt werden sollten… Heute geht es direkt in das Betreiben einer Halloween Attraktion: einer Scare Maze. Das Maze ist die klassische Halloween Attraktion, die es mittlerweile zu fast jedem Event gibt. Diese Maze (= engl. Labyrinth) ist ein thematisches Laufgeschäft, in dem mit Audio, Video, Licht und Spezialeffekten eine gruselige Stimmung erzeugt wird und die Besucher erschreckt werden. In der Regel findet man hier Darsteller, sogenannte Scare Actor, die die Erfahrung noch gruseliger machen sollen.

Die Darsteller

Heutzutage kommt keine Scare Maze ohne Erschrecker, ohne Darsteller aus. Es ist zwar kein Muss, aber wenn man seinen Besuchern das Fürchten lehren möchte kommt da nicht dran vorbei. Wenn man seine Konzepte und Ideen bereit hat sollte man definitiv frühzeitig mit dem Rekrutieren beginnen, da dieser Prozess mehrere Wochen dauern kann. Einen Monat vor Event beginn ist schon sehr knapp geplant und hat vielleicht keine Zeit mehr für Proben. Aber schauen wir uns den Beschaffungsprozess mal an.

Ein klassisches Bewerbungsgespräch wäre hier zwar möglich, aber sinnlos. Da es um eine darstellende Position geht ist ein Casting anzuraten. Dies kann medienwirksam extern und offen stattfinden (in einem Theater, Kino oder ähnlichem) oder in der eigenen Attraktion, wenn man über die Räumlichkeiten verfügt. Der Vorteil beim Casting im eigenen Haus sind die geringen Kosten und man kann schon vorab aussortieren. Bei einem offenen Casting kann jeder teilnehmen der mag. Dies kann eventuell zu einer hohen Nachfrage führen und entsprechend Zeit in Anspruch nehmen. Generell sollte man jedoch Zeit hierfür einplanen, damit man mit den Kandidat*innen genug Übungen machen kann. Welche Übungen man hier machen sollte, hängt davon ab was man sucht. Suchst du jemanden der eine Rolle spielt oder nur Lärm machen soll? Es gibt verschiedene Improvisationsübungen (man findet viel Lesematerial im Internet oder in Büchern) die du für das Casting einsetzen kannst. Dein Bauchgefühl sollte dabei auch eine Rolle spielen, denn du solltest ein gutes Gefühl bei deiner Auswahl haben.

Once settled: Du hast deine Crew zusammen und jetzt wird geprobt. Vielleicht stellst du dir die Frage: Was soll hier denn geprobt werden? Das Erschrecken? Richtig! Jede Rolle, jede Position in deiner Scare Maze sollte eine konkrete Regieanweisung unterliegen, die zwar Raum für Improvisation lässt aber den Darstellern eine Aufgabe, einen Grund, einen Purpose gibt. Jeder Erschrecker in deiner Maze sollte einen Grund haben, warum man sich gerade in diesem und jenen Raum aufhält. Und dieser Grund kann sogar zusätzlich noch mit einer Requisite ausgetattet werden, um den Grund eine Aktion zu verleihen. Der Klischee-Horror-Doktor sollte sich zum Beispiel in einem passenden Raum, wie z.B. einem OP Saal befinden und als Requisit ein medizinisches Instrument benutzen. Der Darsteller hat nun einen Sinn, warum er sich in diesem Raum aufhält und kann so seine Rolle ausfüllen und die Besucher erschrecken. Auch hierfür gibt es viele Möglichkeiten, wie man dies anstellt. Durch ansprechen und einbeziehen in die Tätigkeit, durch einen Trigger (Licht / Ton) oder einem Spezialeffekt wie Wasserspritzer. Gut gestaltete Scare Mazes sind so gebaut, dass die Scares strategisch angeordnet sind. So könnte der Arzt zwar Mittelpunkt des Raumes sein, aber nur Ablenkung von dem anderen Darsteller, der sich gerade woanders im Raum versteckt. Wenn mal ein Gag, Stunt oder Scare nicht funktioniert kann man auch alternativen einbauen, um den Darstellern eine weitere Möglichkeit zu bieten.

Der Kern sollte jedoch bei den Darstellern sein: Klare Anweisungen geben, Spielraum bieten und einen Sinn!

Floor Management

Unsere Scare Actor bespielen die Experience, aber wer kümmert sich um den Rest? Es kommt hier wieder der Duty Manager ins Spiel. Oder eine abgespeckte Variante dessen. Denn um die Maze am Laufen zu halten benötigt man einen Floor Manager in Form eines Teamleader oder Show Captains. Die Rolle hat vor allem den Anspruch den Mitarbeitern unter die Arme zu greifen, aber auch Abläufe wie z.B. Evakuierungen einzuleiten. Dieser Teamleiter hat das Drehbuch für die Attraktion zur Hand, macht regelmäßige Kontrollgänge und justiert je nach Besucherandrang nach. Es ist sinnvoll eine solche Position als neutraler Mitarbeiter ohne Kostüm zu haben, da man in eskalierenden Situationen bessere Chancen auf eine Lösungsfindung hat.

Personalplanung

Hier nur ein kleiner Abriss zum Thema Personalplanung, der dennoch zeigt, dass man hier kalkulieren sollte. Viele Events scheitern am Personalbudget und dann wird am falschen Ende gespart. Die Auswirkungen auf längere Öffnungszeiten in deiner Attraktion sind in den Personalkosten deutlich zu spüren. Auch wenn du nur wenige Spieltage hast können die Kosten richtig nach oben gehen. Und du benötigst, damit deine Mitarbeiter keine Akkordarbeiten leisten müssen, wahrscheinlich noch weitere Köpfe um den Mehrbedarf zu decken. Neben den Darstellern benötigst du also noch plötzlich eine weitere Schicht, die es zu besetzen gilt.

Kurzes Rechenbeispiel:

10:00 - 18:00 * 7 Tage = 56 Stunden
09:00 - 19:00 * 7 Tage = 70 Stunden
70h * 60 Positionen = 4200h

Deine Kernöffnungszeiten sind täglich 10:00 – 18:00 Uhr. Mit Vor- und Nachbereitung gehen wir mal davon aus, dass du eine Stunde vor und nach Parkschluss deine Stundenkräfte noch im Einsatz hast. Mit allen Fahrgeschäften, Shops, Kassen und Restaurants hast du ca. 60 Positionen die du täglich während dieser Zeit besetzen musst. Wir kommen also auf 4200h Arbeitsstunden, die du wöchentlich besetzen musst. Würden wir das mit Vollzeitäquivalenten auffüllen kämen wir für das Tagesgeschäft auf 105 VZÄ – 105 Vollzeitmitarbeiter mit 40 Arbeitsstunden pro Woche. Da wir in der Regel mit flexiblen Stundenkräften arbeiten, unter anderem auch studentischen und/oder geringfügigen Aushilfen, wird die Kopfzahl der Mitarbeiter etwas höher sein.

Jetzt kommt der kalte Monat und du möchtest an zwei Tagen pro Woche ein Halloween Event machen mit verlängerten Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr.

09:00 - 23:00 * 2 Tage = 28h
28h * 60 Positionen = 1680h
3000h (10h*5T) + 1680h = 4680h (+480h)

Mit Vor- und Nachbereitung kommen wir für zwei Tage Spielzeit pro Woche auf ein wöchentliches Plus von 480 Stunden oder 12 VZÄ, die wir zusätzlich benötigen. Wenn du dein Konzept hast, dann stelle dir genau die Kosten für die Personalplanung auf und mache dir einen Zeitstrahl: Wann schalten wir die Stellenausschreibung? Wann wird eingeladen? Wann wird eingearbeitet und wann geht es mit dem Event los?

Viel Erfolg beim Planen :)

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#011 – Warum VR noch lange nicht gescheitert ist

Ein vieldiskutierter Trend ist der Einsatz von VR, virtueller Realität, in Freizeitparks und Indoorattraktionen. Das VR viel mehr bieten kann, zeigen einige gute Beispiele aus den USA. Daher blicken wir zusammen hinter die elektronischen Brillen und nehmen diese Technologie für deine Attraktion auseiander.

Zuvor ein kurzer Rückblick: VR ist nichts Neues. Die Technologie kam in den 80er Jahren schon mal hoch und wurde durch seine Unhandlichkeit schnell wieder vom Markt gefegt. Es gab keine Massenproduktion für den Konsumentenmarkt, die Anwendungen waren sehr begrenzt und die Technik sehr schwer. Ein langer Aufenthalt in VR unmöglich. Trotzdem hat diese Technik fasziniert und für Zukunftsmusik gesorgt. Sprung in die Zukunft. In den 00er Jahren hat es die (damals noch eigenständige Firma) Oculus gewagt ein VR Headset rauszubringen. Immer noch sehr teuer, aber mit der neusten Technik, einem hohen Tragekomfort und den technischen Möglichkeiten hübsche und innovative Anwendungen zu bespielen. Mit dem Kauf durch Facebook wurde Oculus zum Massenprodukt und Virtual Reality zum ersten Mal einer breiten Masse zugänglich. Der Rest ist bekanntlicherweise Geschichte.

VR und Freizeitparks

Die Firma Mack hat das Potential schnell erkannt und versucht die Headsets für sich zu nutzen. So entstand recht schnell Coastiality, ein VR-Upgrade zur normalen Achterbahnfahrt. Der Clou: Die Headsets sind kabellos, das Tracking geschieht über wenige bis kaum Sensoren und der Content ist beliebig anpassbar. Und so begann es: Innerhalb weniger Jahre hat so gut wie jeder Freizeitpark dort seine Chance gesehen. Als kostenpflichtige Upcharge Attraktion für weiteren Umsatz oder als „mal was anderes“ für Neugierige und Wiederholungsbesucher: VR war und ist überall. Der Unterschied liegt in der Präsentation, im Erlebnis. Während die Coastiality Produkte keinen größeren Mehrwert als die Fahrt in VR bieten, gibt es dennoch immer mal wieder innovative Erlebnisse. Das Freeroaming Coastiality im Europa Park z.B. bietet neben der Fahrt noch eine Pre-Show in VR, so dass man vor dem Einsteigen die Brillen aufzieht und mit diesen zum Zug hinüberläuft und einsteigt. Riskante Manöver gab es auch in den USA. Die Firma The Void hat eine Mixed Reality VR Experience kreiert, die echte Elemente (wie Wind, Wasser, Haptik, Geruch) mit virtuellen Elementen verbindet. Zusätzlich hat man große IPs, wie Star Wars oder Ghostbusters, eingekauft und erlebbar gemacht.

Wann ist VR sinnvoll?

Jetzt wird es in Teilen Subjektiv. VR ist in meinen Augen immer dann sinnvoll, wenn es als Werkzeug verstanden wird und nicht als Alleinstellungsmerkmal. Die Brille kann das Tor in eine andere Welt sein und kann Geschichten erlebbar machen. Ein simples Top-Up einer bestehenden Attraktion reicht da maximal für eine mittelfristige PR Nummer, die über einen gewissen Zeitraum Umsatz reinspielt, aber auch ein schnelles Ende finden kann. Denn der operative Einsatz von VR auf Achterbahnen ist enorm. Das Be -und Entladen kann sich durch die Brillen verzögern, was im schlimmsten Falle zur allgemeinen Verschlechterung der Kapazität beiträgt. Zudem sollten diese nach jeder Fahrt gereinigt werden. Viele Besucher:innen kämpfen mit Motion Sickness (quasi Seekrank durch VR, Orientierungsverlust und Schwindelgefühle bis hin zu Übelkeit).

Versteht man VR wie eingangs genannt als Werkzeug, sieht die Sache schon wieder anders aus. Denn VR sollte nicht der Grund sein, warum eine Attraktion genutzt wird, sondern die Geschichte und das Erlebnis sollten im Mittelpunkt stehen. Immersive Erlebnisse, wie The Void oder Yullbe, zeigen, dass Content weiter King bleibt. Jedoch haben solche großen Anwendungen den Nachteil, dass die üblichen Vorteile von VR (geringer Platzbedarf, low Maintenance) obsolet werden, wenn plötzlich große Flächen und viel Personal benötigt wird.Fazit

Als Oculus User bin ich vielleicht etwas voreingenommen, was das Thema VR angeht. Ähnlich wie in den App Stores der Brillen findet man auf dem Freizeitsektor viele Anwendungen, aber es gibt aktuell nur ein paar Perlen, die wirklich herausstechen. Auf der anderen Seite: Einfache Anwendungen können für kurze Zeit auch unterhalten und ein breites Publikum ansprechen. Wichtig ist: VR ist als Entertainmentprodukt nach langer Pause für (fast) jeden zugänglich geworden und die Technik wird trotz hohen Umsätzen immer weiter entwickelt. Hinzu kommt die Entwicklung von Mixed Reality und AR, was den Einsatz von VR noch deutlich spannender gestalten wird.

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